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Nur Bekloppte...

Eine Kollegin kam heute später. Warum? Im Frankfurter Straßenverkehr hat ihr ein Passant, der meinte, sie störe den Verkehrsfluß, die Seitenscheibe auf der Fahrerseite ihres Wagens eingeschlagen. Er stieg unbehelligt in die Straßenbahn, während ringsherum alles weiterströmte oder glotzte, aber keiner auf die Idee kam zu helfen... Das ist die Welt der Bekloppten, die auf Autobahnbrücken stehen und Steine oder halbe Baumstämme regnen lassen... Manchmal möchte man Amok laufen...

3.4.08 09:58, kommentieren

03.04.2008 Zwischen den Zeilen

Im Moment bin ich eigentlich nur dabei, ein bißchen mehr zu arbeiten, und daheim zu schlafen, zu duschen, zu essen, zu waschen und zur Zerstreuung zu lange in die Nacht hinein zu spielen. Klingt viel wie es da so steht, ist aber irgendwie... nichts. So ein seltsamer Zustand freien Schwebens, nicht-Fleisch-nicht-Fisch-isch-weises-nisch.

Es geht mir nicht schlecht, aber es geht mir auch nicht gut. Für beides lasse ich mir nicht die rechte Zeit. Oder ich betäube mich mit wachsender Müdigkeit, das wäre auch möglich.

Aktuell hab ich wohl mal wieder ein kleines Scarlett-O'Hara-Syndrom: 'Aber nicht heute...'

Mal schau'n, wann morgen kommt... Gestern war da ein kurzer Sonnenschein, auf dem Weg vom Bahnhof nachhause. Ich habe mich darin geaalt, konnte ihn jedoch noch nicht so recht festhalten, aber ich glaube, er kommt wieder.

3.4.08 11:05, kommentieren

In letzter Zeit...

... hab ich wohl wieder schön die eigene Statistik beschissen. Was ich im Moment heule, und wegen was für einem Scheiß teilweise... Irgendwo muß der Druck wohl hin.

3.4.08 18:00, kommentieren

03.04.08 Heute immer wieder, gerne auf dem Klo, aber auch in der Teeküche vor einer Kollegin

Nein! Ist das denn ein so schweres Wort?!? NEINNEINNEINNEINNEINNEINNEINNEIN

Aber wozu solltest du dieses Wort auch brauchen, hätte ja was mit Selbstschutz zu tun. Und wozu sollte das bloß gut sein? Könnte ja am Ende dazu führen, das es dir mal dauerhaft gut geht...

Was waren die auslösenden Faktoren heute?

- Ein Betreuer braucht ganz dringend eine Unterlage, die der Notar (angeblich) nicht bekommen hat (möglicherweise hat es auch der Kunde verschlampt, oder der Betreuer vor Ort... Unsere heiligen Hallen hat es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf ganz normalem Wege verlassen... Sonst hätte ich kaum die passende Erwartungskopie in den Unterlagen). Eigentlich sollte ich Essen für die Kollegen holen, aber der Kunde sitzt da und 'das geht ja auch ganz schnell'. Nachdem ich nach zwanzig Minuten dem Computer nicht das entlocken konnte, was ich wollte, präsentierte mir eine Kollegin eine andere Lösung (die ich zuerst auch gesehen, aber wieder verworfen hatte). Das Essen hatte inzwischen auch jemand anders geholt und mir war danach, meine Bildschirme aus dem Fenster zu schmeißen...

- Eine Freundin aus Filialzeiten spielt den Freunde-Bonus aus und halst mir dringende Arbeit auf, die eigenltich nicht meinen Platz betrifft. Im Endeffekt hat die liebe Kollegin, die wirklich dafür zuständig ist, sich darum gekümmert, aber der Druckmoment hat gereicht... Ich konnte nicht nein sagen.

- Ein Betreuer (nicht mal mein eigener, nein, eine Vertretung) übergibt mir noch Arbeit, obwohl der Spätdienst schon dran wäre. Er hat gefragt. Ich hätte nein sagen können... Aber was habe ich wohl nicht getan?

Ich hasse mich in letzter Zeit wieder öfter...

Und wieso gehe ich eigentlich nach vier überhaupt noch ans Telefon???

Und jetzt regnet's... Naja, dann weint eben der Himmel für mich, da kann ich mich wieder auf's Arbeiten konzentrieren.

1 Kommentar 3.4.08 18:03, kommentieren

06.04.2008 später Nachmittag: Lachen und Wellness wider die eigenen Dämonen

Zeit mit Freunden in anderer Umgebung, trotz Mistwetter und anfänglicher Unlust schön und entspannend. Ich hab schon lang nicht mehr so viel und so heftig lachen müssen. (Wobei gerade nicht enden wollenden Lachanfälle vielleicht auch eher ein Zeichen von dünnen Nerven sind... aber man kann sich auch alles zerreden...) Abends war's dann noch feucht-fröhlich und erneut von überschwenglichem Lachen begleitet (und von 43... das ist die Zahl, die nach 42 kommt) und tags drauf kam - trotz liebevoller Wellnessbehandlung meiner kleinen Schwester - dann im wahrsten Sinne die Ernüchterung. Das Gefühl, das wir als Paar - als Symbiose, die wir nunmal sind - kaum einen Hauch davon entfernt sind unsere soziale Anpassungsfähigkeit gänzlich zu verlieren. Vielleicht mehr als ein Gefühl...

Als meine Mutter anrief fiel mir keine nette Ausrede ein und das ich Schnupfen habe, darauf wollte ich es nicht beruhen lassen, also wurde alles schlimmer und quasie 'offiziell'. Sie hat zwar eine passende Erklärung für sich gefunden, von der ich sie auch nicht abbringen wollte, aber wer weiß, was es nutzt.

Jedenfalls fühl ich mich jetzt furchtbar müde und hab Kopfweh, hab mir danach auch noch den Magen abgeschoßen mit Himbeershake (dabei mag ich Himbeeren doch so gern, warum vertrag ich die nicht?) und irgenwie ist meine Standardverspannung sprunghaft gewachsen. Und nachdem ich letzte Woche so gekämpft habe, meinen Platz in den Griff zu bekommen und ab heute nur noch abzuarbeiten, sehe ich mich schon wieder dahintreiben und die Kontrolle verlieren...

Ich bin so müde... Liegen Lachen und Weinen wirklich so nah beieinander oder bin ich einfach nicht mehr fähig, Freude zu empfinden (die auch anhält...)?

7.4.08 14:07, kommentieren

07.04.08 Winterwunderland

Schnee im April. Sowas hat es schon gegeben, nur um dem allgemeinen 'Ohmeingottklimakatastrophe'-Gebaren entgegenzutreten. Wir sind früh aufgestanden und ich habe auf den frühstmöglichen Arbeitszeitbeginn zugesteuert. Es war nix (aber auch gar nix) geräumt auf dem Weg zum Bus und so hielt ich den Blick gesenkt und an der Haltestelle kramte ich nach meinem Buch, das ich im Bus zu lesen fortfuhr.
Irgendwas veranlasste mich aber dann doch, den Blick zu heben.
Es war noch halbdunkel und natürlich wohl auch bewölkt vom letzten Schneetreiben und der Himmel hatte etwas von einem hellen Stahlblau. Dagegen grenzten sich die Baumskelette des Schloßparks in tiefstem Schwarz mit Puderzuckerschicht und im Vorbeifahren hatten die Laternen eines Seiteneingangs mit ihrem zarten gelb eine richtig anheimelnde Wirkung.
Es war jetzt nicht ein Moment der überschwenglichen Freude, aber ich glaube man kann es Frieden nennen. Ich glaube, ein richtiger Wintereinbruch ist auch das friedlichste überhaupt. Vielleicht weil vieles zum Stillstand gezwungen wird. Oder weil die Welt nicht so laut erscheint unter all dem Schnee...

9.4.08 06:25, kommentieren

07.04.08 In letzter Minute, vergebliche Stoffsuche, falsche Bestellungen,...

Ich wollte pünktlich gehen. Um 16 Uhr wollte mein Mann vor der Tür sein und wir wollten Stoff kaufen. Ich warnte vor, das bis vier auch noch Dinge passieren können, die ich dann sofort erledigen muß. Und wie es so ist, wenn man sich was vornimmt, kam es natürlich auch so!
Mein Mann war um kurz vor vier da und hatte zum Glück (weil vorgewarnt) seinen Nintendo DS dabei. Noch etwas geschah um kurz vor vier: Meine Chefin kam herein und präsentierte mir ein eiliges Fax (laut Faxrand schon seit 15:25 bei uns, aber der Fax-Dienst ist halt einfach nicht minutiös). Das war aber keine einfach Konditionsvereinbarung, die eine Sache von weniger als einer Minute gewesen wäre. Nein, weit gefehlt. Es mußte eine Valutierung sein, und keine einfache oder gar hausinterne, nein, es mußte ein Treuhanddarlehen involviert sein und das heißt, jeder Tag Zeitverlust kostet den Kunden. Lange Rede, gar kein Sinn: ich mußte eine Genehmigung einholen, da etwas gefehlt hat und war deshalb um 16:30 raus aus dem Haus und nicht noch später.
Ich schätze, das war der Auftakt meiner Wutphase.
Der Innenstadtverkehr, der darauf folgte, nervte weiter, und ich war unterzuckert wie die Hölle... und natürlich führte der Laden keinen Loden. Aller Streß für die Katz also.
Dann durfte ich spät noch versuchen, Sachen im Internet auszubügeln, die mein Mann verschusselt hat (auf Englisch! Sonst hätte er's ja auch selbst machen dürfen). Der perfekte Abschluß eines perfekten Tages...

1 Kommentar 9.4.08 06:28, kommentieren